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Erträge hinken hinterher

09.01.2012

Der konjunkturelle Fall im Jahr 2009 war tief, der Wiederaufstieg langwierig und auch 2011 noch nicht zu Ende: Die Metall- und Elektroindustrie im mittleren Ruhrgebiet und im Vest Recklinghausen war im abgelaufenen Jahr konjunkturell auf der Überholspur. Das zeigen die Daten des aktuellen Konjunkturbarometers des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Metallindustrie für Bochum und Umgebung e.V.

Mehrere Hinweise deuten allerdings darauf hin, dass der Höhepunkt des Aufschwungs überschritten, das Jahr 2012 also von nachlassender Dynamik geprägt ist. Mit dem abgelaufenen Jahr 2011 waren die befragten Unternehmen sehr zufrieden. Die aktuelle Geschäftslage wurde im Dezember von 93% mit gleichbleibend gut bzw. befriedigend bewertet. Gegenüber der Frühjahrsumfrage ist dies noch einmal eine deutliche Steigerung. Der Langfrist-Vergleich zeigt, dass damit das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht wurde. Bei Aufträgen und Umsätzen liegt der Anteil der Positivmeldungen bei 86% bzw. 83% und damit ebenfalls deutlich über dem Ergebnis der letzten Umfrage im Frühjahr.

Vorkrisen-Niveau ist bei der Ertragslage noch immer nicht erreicht

In gleichem Maße wuchs auch die Anzahl der positiven Rückmeldungen zur aktuellen Ertragslage. Gute Erträge haben weiterhin rund ein Drittel der Befragten, der Anteil mit befriedigenden Erträgen stieg von einem Drittel auf 52%, so dass die Summe der Positivmeldungen auf 86% und damit um fast 20 Prozentpunkte innerhalb eines halben Jahres angestiegen ist. Allerdings ist damit das Vorkrisen-Niveau – wie die Langfrist-Betrachtung zeigt – immer noch nicht erreicht.   Eine erfreuliche Entwicklung hat der Beschäftigungssaldo genommen. Mit nun 29% Anteil liegen die Meldungen über Personalaufbau deutlich vorn, nur 2% meldeten dagegen Abbau. Damit liegt der Saldo erstmals seit Herbst 2008 wieder im Plus-Bereich. Auch Kurzarbeit (im vergangenen Jahr griffen noch 20% der Unternehmen zu diesem Instrument) ist aktuell praktisch kein Thema mehr. Allerdings ist der gemeldete Fachkräftemangel (knapp 10%) weiterhin wahrnehmbar. Beim Ausbildungsplatzangebot konnten 10% der befragten Unternehmen gegenüber 2010 zulegen, mehr als drei Viertel blieben konstant. Allerdings blieb ein hoher Anteil von rund einem Drittel der Ausbildungsplätze – vorwiegend aufgrund mangelnder Qualifikation oder Bewerbermangel – unbesetzt.

Die Prognose für das erste Halbjahr 2012 lässt den Schluss zu, dass die Konjunkturdynamik zwar signifikant gedämpft wird, sich aber dennoch bei gewachsenen Risiken moderat fortsetzt. Die Positivmeldungen überwiegen noch fast durchgängig. So erwarten fast 60% der Befragten in den nächsten sechs Monaten bessere oder gleichbleibend gute Geschäfte. Vor einem halben Jahr waren dies allerdings noch 80%. Bei den Auftragserwartungen liegt beim Inlandsgeschäft der Anteil positiver Rückmeldungen bei fast 70% (Frühjahr: 77%), allerdings beim Auslandsgeschäft mit 38% eindeutig in der Minderheit. Vor einem halben Jahr war auch hier Optimismus (74% positive Rückmeldung) angesagt. Verbesserte Erträge erwarten nur noch 24% der befragten Unternehmen, wohingegen 35% sich auf schlechtere Ergebnisse einstellen. Als Hauptrisiken der konjunkturellen Entwicklung werden die Rohstoffpreise und deren Verfügbarkeit sowie die Inlands- und Auslandsnachfrage gesehen. 

Erlhöfer: "Das Jahr 2011 war das beste Jahr seit der Krise"

Die Beschäftigungsentwicklung in den nächsten sechs Monaten bleibt ungeachtet der geschilderten Risiken offenbar ungebrochen. Der Saldo (21% Meldungen über Neuein­stellungen, nur 3% über Entlassungen) bleibt deutlich positiv. Ambivalent dazu sind die Rück­meldungen zu geplanten Ausbildungsplätzen: 21% müssen ihr Angebot reduzieren, 10% können aufstocken. „Das Jahr 2011 war das beste Jahr seit der Krise für die eisen- und metallverarbeitende Industrie im mittleren Ruhrgebiet und dem Vest Recklinghausen. Nach den tiefen Einschnitten 2009 und dem mühsamen Wiederaufstieg 2010 war das letzte Jahr ein durchaus erfolgreiches“, kommentiert Dirk W. Erlhöfer, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Metall Bochum/Umgebung. Er fügt jedoch hinzu: „Trotz aller Erfolge konnte gerade erst einmal kon­junkturell das Vorkrisen-Niveau erreicht werden, bei den Erträgen liegt die Branche sogar weiterhin zurück. Die von unseren Mitgliedern aufgenommenen Signale deuten zudem auf eine deutliche Abschwächung der Konjunktur in diesem Jahr hin. Der Höhepunkt des Aufschwungs ist vorbei.“ Erste Anzeichen dafür seien die gesunkenen Geschäftserwartungen speziell im Ausland und die wieder deutlich gedämpften Ertragserwartungen. Bei den Investitions­planungen seien ebenfalls verhaltene Schritte auf dem Vormarsch. Erfreulich sei, dass die Beschäftigungserwartungen offenbar auf weitgehende Stabilität hoffen ließen.

Die Pressemitteilung finden Sie hier als pdf-Dokument zum Download.

 



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