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M+E-Pilot: "Schmerzhafer Kompromiss"

„Ein Stück weit ein Wechsel auf die Zukunft ist dieser Pilotabschluss“. So kommentiert Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Ruhr/Vest e.V., den Kompromiss, auf den sich die M+E-Arbeitgeber in Baden-Württemberg und die IG Metall geeinigt haben. Der Pilotabschluss gilt auch für Nordrhein-Westfalen als Grundlage für eine Einigung.

Kommenden Dienstag treffen sich Arbeitgeber und IG Metall zu Übernahmegesprächen in Düsseldorf. Das Ergebnis beinhaltet bei einer Laufzeit von 24 Monaten neben einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von insgesamt 3.000 Euro auch zwei Tabellenerhöhungen von 5,2 zum 1. Juni 2023 und 3,3 Prozent zum 1. Mai 2024. Die Tarifparteien haben sich zudem auf einen Prozess verständigt, der sicherstellt, dass jederzeit schnell und flexibel auf eine mögliche Energienotlage während der Laufzeit des Tarifvertrags reagiert werden kann.

Auch eine Differenzierung zur Steuerung der Kostenbelastung und der Liquidität ist vorgesehen. „Unternehmen, denen es besonders schlecht geht und die unter Liquiditätsengpässen leiden, können die Einmalzahlungen verschieben“, so Dirk W. Erlhöfer, der mit Blick auf den Pilotabschluss ergänzt: „Dieser Kompromiss ist angesichts der extrem schwierigen wirtschaftlichen Situation und der enormen Unsicherheiten sicherlich in vielen Punkten schmerzhaft und absolut an der Grenze dessen, was wir für die Mehrzahl unserer Mitglieder gerade noch für tragbar halten. Er ist für uns nur akzeptabel, weil er auch Entlastungsmöglichkeiten für Firmen in schwieriger Lage sowie Regelungen für den Fall einer Energienotlage enthält und den Firmen nun Planungssicherheit bis weit in das Jahr 2024 hinein gibt. Wir haben damit viele unserer Ziele in dieser Tarifrunde zumindest mit Abstrichen erreicht.“

Der Abschluss, der auch noch das Jahr 2024 weitgehend abdecke, sei ein Stück weit auch ein Wechsel auf die Zukunft. „Es gehört eine gehörige Portion Optimismus dazu, dass die wirtschaftliche Entwicklung dann so eintritt, wie sie das Verhandlungsergebnis einpreist“, so Erlhöfer weiter. Die Arbeitgeber hätten immer darauf hingewiesen, dass es für einen Teil der Firmen, denen es schon jetzt nicht gut gehe, eigentlich gar keinen Spielraum für Lohnerhöhungen gebe. „Gleichzeitig haben wir aber auch immer betont, dass wir die Nöte der Beschäftigten angesichts der Inflation ernst nehmen und wir zu einer fairen Verteilung der Lasten bereit sind. Auch dies spiegelt dieser Abschluss wider.“