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Mindest-Ausbildungsvergütung ist kontraproduktiv

Als kontraproduktiv für die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen wertet Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, die geplante gesetzliche Mindestvergütung für Auszubildende.

„Erneut mischt sich der Staat in die Arbeit der Tarifparteien ein, das ist inakzeptabel“, so Erlhöfer weiter. Auch wenn der Industriesektor, erst recht bei bestehender Tarifbindung, wohl deutlich geringer von den Plänen des Gesetzgebers betroffen wäre, plädiert Erlhöfer für Zurückhaltung. „Nach dem gesetzlichen Mindestlohn nun die gesetzliche Mindest-Ausbildungsvergütung, wo soll das noch hinführen?“ warnt Erlhöfer, der sich gleichzeitig um die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und damit um die Zukunftschancen der jungen Leute sorgt. „In der Region Ruhr haben wir noch immer eine zum Teil sehr ungünstige Bewerber-Stellen-Relation und müssen ständig um mehr Ausbildungsplätze werben. Eine deutliche Verteuerung der Ausbildung wäre da ein völlig falsches Signal und wirkte kontraproduktiv. Die Unternehmen wenden für die Ausbildung ja nicht nur die Azubi-Vergütung auf, sondern schultern Kosten u.a. für Einrichtungen und Ausbilder. Gerade in Unternehmen in ausländischer Eigentümerschaft und in Kleinbetrieben wird Ausbildung stark unter Kostengesichtspunkten bewertet. Es kann für eine erfolgreiche Nachwuchssicherung nicht egal sein, was diese kostet“, so Erlhöfer am Mittwoch (08.08.2018) in Bochum.